Bildungskleeblatt mit grösseren Auswirkungen

Bildungskleeblatt mit grösseren Auswirkungen

 

Am 17. Mai können wir über die vier Teile des Bildungskleeblatts einzeln abstimmen. Die FDP befürwortet die Teile 3 und 4, Tagesstrukturen und Lektionenzuteilung mit Sozialindex.

 

 

 

Tagesstrukturen erfüllen ein Bedürfnis der heutigen Gesellschaft und sind eine pädagogische Investition. Kinder, die in Randstunden nach pädagogischen Grundsätzen betreut werden und Hilfe bei der Erledigung der Hausaufgaben erhalten, erreichen ihre schulischen Ziele besser. Die Nutzung der Tagesstrukturen ist für die Eltern freiwillig.

 

Schulen in Gemeinden mit schwierigerem sozialem Umfeld, dies betrifft auch Suhr, erhalten mit dem Sozialindex bis 40 Prozent mehr Lektionen. Diese werden dann zur Vertiefung von Schulfächern eingesetzt. Grundsätzlich steigen durch Mehrlektionen die Kosten, andererseits können bisherige Nachteile und Probleme entschärft aber auch Kosten, vor allem bei Sondermassnahmen, wieder eingespart werden. Die Mehrlektionen sind daher eine sinnvolle Investition.

 

Die Harmonisierung der Schulstrukturen mit der neuen Oberstufe in der vorliegenden Form lehnt die FDP ab. In der Schweiz sind die unterschiedlichsten Strukturen anzutreffen. Eine Harmonisierung ist sicher zu begrüssen, aber dazu müssten alle Kantone in die gleiche Richtung zielen. Die FDP sagt daher Nein zu einer exotischen Struktur. Kein Kanton hat diese Struktur! Drei Schultypen unter einem Dach und Niveaukurse wären schweizweit ein Sonderfall. Die Stimmbürger wollten aber bei der seinerzeitigen Abstimmung eine Harmonisierung.

 

Zur Eingangsstufe hat die FDP Stimmfreigabe beschlossen. Gute Gründe sprechen sowohl dafür als auch dagegen. Bisher sind anscheinend keine Evaluationsresultate vorhanden die bessere Ergebnisse mit einer Änderung zur Eingangsstufe ausweisen können. Andererseits zeigen Untersuchungen, dass Handlungsbedarf besteht und der Schulerfolg vor allem vom Elternhaus abhängt und nicht von der Leistungsfähigkeit des Kindes. Bemerkenswert ist jedenfalls auch, dass die Urabstimmung (mit immerhin 4079 eingegangenen Stimmen) der Mitglieder des Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes alv die Einführung der Eingangstufe knapp ablehnt.  (27.4.09, Urs Zimmermann)